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Geschichte der Mühle Zimmermann - 400 Jahre Papier- und Mahlmühle
1607 Papiermühle in Abbenrode (Alte Papiermühlen der Provinz Sachsen von Friedrich von Hößle):
Abbenrode, der Papiermühlenort, liegt südlich von Vienenburg, dem durch seine Salzbergwerkskatastrophe bekannten Ort, und hat als treibendes Wasser die Ecker.
Nach „Dr. Dörings Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen” wurde die Papiermühle im Jahre 1607 auf Veranlassung des Halberstädter Domdechanten Mathias von Oppen durch einen Baumeister Christoph Straube ausgeführt. Es bleibt unklar, ob es sich um eine Gründung des Domkapitels selbst gehandelt hat, denn andererseits wurde nach G.A. Mülverstedt mit dem ersten Papiermeister Jacob Schultze am 23. September ein Vertrag abgeschlossen, nach dem Schultze sich verpflichtet, eine Mühle mit zwei Rädern zu erbauen, wozu er ein Baugeld von 600 Talern und das nötige Holz erhalten sollte. Dagegen hatte er zwanzig Jahre einen jährlichen Pachtzins von 100 Talern nebst einem halben Ries Papier zu entrichten. Nach Ablauf dieser Zeit ging die Mühle an die
Herrschaft zurück. Von Meister Schultze stammt die große Krone.
Bei Briquet findet sich Band 1, Seite 156, diese Abmachung irrtümlich unter den Wernigeröder Papiermühlen.
Aus der Geschichte anderer Papiermühlen konnte Schultzes Nachfolger festgestellt werden. Die 20 jährige Vertragsdauer war verstrichen, man stand inmitten des Dreißigjährigen Krieges und das Werk schien Privatbesitz geblieben zu sein.
Es sind nachgewiesen:
1635 Papiermeister Thomas Frank
1639 Meister Müller, dessen Tochter einen Papiermacher Runge in Wernigerode heiratete.
1660 arbeitete der Papierer Mathias Franke der 1677 die Papiermüllerstochter Margareth Bollau von Weddersleben ehelichte. Dieses Paar war wohl durch das gleichzeitige Ableben des Schwiegervaters Bollau in der Lage, die Papiermühle Weddersleben zu kaufen (aus der 375 jährigen Geschichte der Kaisersteinschen Papiermühle dort).
Mathias Franke hatte sich mit seiner Frau so gut in Abbenrode eingelebt, dass sie sesshaft blieben und Weddersleben an ihren Sohn Jacob Franke abtraten. Vater Mathias starb 1698.
Bis zum Jahre 1744 wirkte hier der Meister Heinrich Conrad Schmid, welcher nach Königslutter übersiedelte. In der Geschichte der Papiermühle Königslutter bei Braunschweig (Papierfabrikant 1930, Heft 18) liest man von deren Aufblühen unter der Familie Schmid, von welcher als erster etwa 1744 Meister Conrad Schmid von Abbenrode bei Vienenburg hinüber kam. Er stellte 1750 in Königslutter ein Holländerwerk auf, hier wegen er aber mit neidischen Kollegen in Streit geriet, welche übrigens abgewiesen wurden.
1745 heiratete Christian Christoph Grove von Veckenstedt an der Ilse eine Elisabeth Abel und wurde anlässlich dessen Besitznachfolger. (Unter den preußischen Stempelpapieren mit den bekannten Buchstaben KPHSTUKC siehe 1929 Nr. 52 ist auch seine Firma vertreten.).
Um die Jahrhundertwende wurde die Papiermühle von einem Papiermüller Bollmann längere Zeit betrieben, dessen Name auch von einer Papierhandlung in Braunschweig , dann wieder von der Papiermühle Gröningen, bekannt ist.
Nach mündlicher Überlieferung eines 1836 dort geborenen Landsmannes war letzter Besitzer und Bollmanns Nachfolger, der die Papiermühle noch mit 10 − 12 Papiermachern betrieb, ein Herr von Clausbruch, der den Betrieb in richtiger Einschätzung des einsetzenden Niedergangs alter Handpapiermacherei um 1855 einstellte.
Viele Männer haben mit allen möglichen Versuchen, die Wasserkraft weiter auszunützen, ihr Geld verloren, bis endlich eine Getreidemühle sich als lebensfähig bewährte.
Nach 1855 wurde die Papiermühle in eine Getreidemühle umgebaut.
In dem Jahre 1860 wird die Mühle von einem Kaufmann Wegert als Getreidemühle genannt.
1909 übernahm der Müllermeister Friedrich Zimmermann die Mühle.
1939 übernahm sein Sohn Friedrich Zimmermann (Vater von Friedrich, Klaus und Christa Zimmermann, verheiratet Wehr), die Getreidemühle. Die Mühle wurde mit zwei Walzenmahlstühlen und einer Getreidequetsche ausgerüstet.
Die Mahlprodukte wurden durch ein Glasrohrsystem transportiert und über den Plansichter und Transportschnecken zu Qualitätsmehl und Grieß verarbeitet.
Es wurde auch noch ein Schrotgang mit Mahlsteinen benutzt. Bis 1960 wurde noch Mehl an die Bäckereien im Kreis Wernigerode ausgefahren.
1960 wurde die Mühle zu einem Mischfutterbetrieb „Glück zu” umgewandelt. Es war eine Gemeinschaftseinrichtung von landwirtschaftlichen Betrieben, der LPGn Abbenrode, Stapelburg und Ilsenburg. Das Mischfutter wurde mit einem LKW zu den Stallungen der jeweiligen LPG`n ausgeliefert. Die Rezepturen des Mischfutters, unterteilt nach Viehgruppen und Arten, wirkten sich positiv auf die Leistung der Viehwirtschaft aus. Mit der Entwicklung des Mischfutterbetriebes änderte sich auch die Technologie in der Mühle. Durch den Einbau einer Hammermühle und eines zweiten Mischbehälters wurde der Mischbetrieb verbessert und vereinfacht. Dem Getreideschrot wurden solche Komponenten wie Rapsschrot, Sojaschrot, Spurenelemente wie Mastapan, Kälpan und Ferkopan sowie Futterkalk zugemischt.
1990 wurde der Mischfutterbetrieb durch die Auflösung der LPG eingestellt.
Im Jahre 1996 wurde zum Pfingstmontag die erste Führung zur Mühle Zimmermann, aus Anlass des Deutschen Mühlentages vom Heimatverein Abbenrode durchgeführt.
Zu den jährlichen Mühlentagen öffnet die Zimmermannsche Mühle wieder ihre Türen. Wolfgang Wehr und Friedrich Zimmermann zeigen dann den vielen Besuchern das ehemalige Handwerk des Müllers mit seiner Mühlentechnik.
Chronik Abbenrode
Fotografien / Bilder
Arbeitsgänge historische Papiermühle
Zeichnung - Download PDF (91,2 KB)
Die Zeichnung vermittelt einen Eindruck der Arbeit einer historischen Papiermühle, Papierfabrikation:
Vorbereitung der Hadern durch Vorreinigung, Sortierung, Grobschneiden in Hadern schneiden, Nachreinigen im Wolf, Kochen in Sodalauge usw. im Kogelkocher. Waschen im Waschholländer, Mahlen im Mahlholländer, Bleichen durch Chlorkalk im Bleichholländer, Feinmahlen im Mahlholländer. Bei Bedarf Zusatz von Leim und Füllstoffen, evtl. Färben, Reinigen im Sandfang von groben Fasern, von Knoten im Knotenfänger. Ganzzeug wird mit Sieben geschöpft (Büttenpapier) oder in Papiermaschinen auf engmaschigen Metallsieben (Metalltuch) verfilzt. Nachtrocknen auf Kalendern, Glätten auf Walzenglättwerk. Schneiden, umrollen, sortieren, verpacken. Ähnlich die Herstellung von Zellstoff aus Stroh bzw. Holz.
Papierwasserzeichen Papierwasserzeichen des Papiermeister Jacob Schultze
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Etiketten Legehühner und Roggenmehl Etiketten von der Mühle Zimmermann und vom Mischfutterbetrieb.
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Wohnhaus Ansicht Wohnhaus. v.l. Karl Wedekind, seine Tochter Minna Dörge, Alice Zimmermann, (?), Friedrich Zimmermann.
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Meisterbrief Meisterbrief von Friedrich Zimmermann vom 4. mai 1934
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Hofansicht Mühle Zimmermann Hofansicht.
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Parkseite Ansicht Mühle Parkseite mit Radstube.
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Ansicht Ansicht aus Richtung Schimmerwald, Südwesten
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Innenansicht Innenansicht mit Antrieb und Mühlenachse
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Altes Wasserrad Das vorhandene Wasserrad bedarf einer dringenden Reparatur.
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Oberes Eckerwehr Vom Eckerwehr am Schimmerwald zweigt der obere Mühlengraben ab und versorgte die Mühlen Zimmermann, Hinze und Siebrecht mit Wasser.
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Sackaufzug Der Sackaufzug der Mühle Zimmermann
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Schrotgang Schrotgang in der Mühle Zimmermann
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Steinkran Steinkran zum abheben und wenden des „Läufersteins”
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Mühlenfest Mühlenfest 2004 auf dem Hof der Mühle Zimmermann
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| Fotos: Familie Zimmermann, Heimatverein, Weihe |